Der große Käsi-und-Klopattra-Psychotest

    1) Was empfindest Du beim Anblick dieses Bildes?     a) Klasse, whow, ich hab schon das ganze Papier vollgesabbelt                                                                  b) Es erinnert mich an den gestrigen Abend mit meinem Freund/ meiner Freundin                                 c) Ein Gemälde von Dalí gefiele mir besser                d) Ich weiß nicht, ich konnte mich noch nicht überwinden, hinzuschauen                                             e) Meine Aura verfärbt sich rot-lila und meine Energieströme ändern ihre Richtung

 

    2) Ein toller Typ/ eine tolle Frau spricht Dich auf der Straße an, ob Du Lust hast,  mit ihm/ ihr ins Bett zu gehen. Wie reagierst Du?                                                                                 a) Hilfe!! Ich falle in Ohnmacht, habe nächtelang Albträume und kann nur durch eine intensive Therapie bei Käsi und Klopattra wieder gerettet werden.                                      b) Ich sage ahö-ahöhöhö, werde vor Freude rot und fange vor Erregung an zu schwitzen.  c) Na gut, eigentlich war ich ja auf dem Weg zu einer hemmungslosen Orgie im Swinger-Club, aber die Leute da hab ich ja sowieso schon alle durchgebumst und etwas Abwechslung kann ja nie schaden.                                                                                            d) Ich habe eine Assoziation – ich sage „À propos, weißt du schon, welche literarische Symbolik das Motiv des Bettes in Tucholskys Roman >>Das existentielle Dilemma des philosophischen Bewusstseins<< hat?“ und halte ihm/ ihr sofort einen dreieinhalbstündigen hochinteressanten Vortrag                                                                    e) Ich befrage erst mal meine Tarot-Karten.

    3) Was gehört zu der Hauptausstattung in Deinem Zimmer?                                                 a) Peitsche, Strapse, Gummipuppe, Vibrator, Lederkorsett, Noppenkondom, Pornos, Playboy, Videokamera, ein hoher, stabiler Schrank für erotische Tarzanspiele...                b) Statt „Zimmer“ bevorzuge ich den Begriff „Bibliothek“ oder „linguistische Schatzkammer“ für meine bescheidene Behausung.                                                               c) Mein Lieblings-Medi-Zini-Poster, meine Akkordeonnoten aus dem Musikverein und natürlich die Mama!                                                                                                                  d) Meine alte Kinderbibel mit den lustigen Bildern und hinter dem Schrank ein PinUp-Poster; außerdem Fotos vom letzten HaudieQ-Wettbewerb.                                      e) Tantrische Räucherstäbchen, ein Buch über spirituelle Erleuchtung durch Meditation, mein Lieblings-Mandala, mein Mondphasen-Kalender, ein Foto mit Widmung von meinem Guru, ein buddhistischer Altar und ein Schutzpentagramm vor den allgegenwärtigen, bedrohlichen Dämonen der Finsternis.

    4) Was würdest Du tun, um Deinen Lieblingsstar einmal ganz intim zu treffen?                   a) Ich habe bereits die weite Pilgerreise zu Fuß nach Indien auf mich genommen, um den Staub vor den Füßen des Gurus Schivalakshminandarama zu küssen.                                  b) Gar nichts – Kafka ist sowieso schon lange tot!                                                                  c) Ich war wirklich zu allem bereit: Nachdem ich dem Türsteher einen geblasen hatte und mit allen Bodyguards ins Bett gegangen bin, stand einer aufregenden Nacht mit ihm/ ihr nichts mehr im Weg!                                                                                                                  d) Hmm... Ahöhöhö... Nachdem ich mit meinem unverwechselbaren Charme dem Türsteher zwischen die Beine griff, um ihn von meinen einmaligen Qualitäten zu überzeugen, rief er leider die Polizei... Aber trotzdem weiß ich: Selbst nach 3 Jahren Knast wegen schwerster Körperverletzung lasse ich mich nicht unterkriegen! Der Sieg wird mein sein!                    e) Mit dem Vorsatz, nett, höflich und bescheiden darum zu bitten, meinem Lieblingsstar einen ganz lieben Gruß auszurichten, zupfe ich den Türsteher scheu am Ärmel. Aber es ist vergeblich, denn ich weiß bereits vorher: Wenn er mich anspricht, werde ich vor lauter Scham rot anlaufen und verlegen stammeln, dass es mir nur aus Versehen passiert ist.

    5) Du bist auf eine absolut geile Fete eingeladen und hast Dich extra dafür in Deinen schärfsten, heißesten Fummel geschmissen. Was geht Dir auf dem Hinweg in der Straßenbahn durch den Kopf?                                                                                                  a) Oh je, oh je, ob allen mein sexy Matrosenkleid/ Matrosenanzug wohl gefallen wird? Mami fand es/ ihn ja sehr gewagt, immerhin sind kaum meine Knöchel bedeckt. Ich schäme mich ja so! Alle starren mich schon an!                                                                       b) Wie schön, dass mein Sari pünktlich aus Indien eingeflogen wurde: Seine gebatikten Linien spiegeln genau die momentanen positiven Schwingungen meines Chakra wieder!    c) Eigentlich brauch ich gar nicht bis zur Fete – der Typ/ die Frau gegenüber starrt mich schon so geil an; vermutlich, weil ich nichts als einen Tanga-Slip trage; ich glaube ich lege ihn/ sie gleich hier flach!                                                                                                            d) Ähöhöhö, mein knapp über dem Nabel und der Schamhaargrenze geknotetes Hawaiihemd mit den aufgedruckten, grellbunten PinUp-Girls ist einfach Ql, und mein Bauch wabbelt so sexy darunter hervor! Dafür hat sich sogar mein erster Streit mit Mama, die diesen Aufzug geschmacklos fand, gelohnt. Jipiiih!                                                           e) Schrecklich, was für ein primitives Volk sich heute Abend hier herumtreibt! Allerdings erinnern mich diese grotesk gekleideten Gestalten in Hawaiihemd, Sari, Slip und Matrosenkleid ganz gewaltig an diesen hervorragenden, sehr kunstvoll konzipierten Roman von Camus, der die Kapitulation der Realität vor der nekrophilen Perversion in der menschlichen Imagination des alltäglichen Wahnsinns thematisiert. Aber wenigstens habe ich heute eine exorbitante Gelegenheit, mit Leuten meines Niveaus darüber zu diskutieren!

    6) Wie müsste für Dich ein Mega-Traumurlaub aussehen?                                                    a) Auch wenn die Frauen da sehr prüde sind und sich selbst nach zwanzig spendierten Drinks nicht entschließen können, mir in das Zimmer in der fantastischen Clubanlage zu folgen – Mallorca mit seinem billigen Sangria, der geilen Stimmung und den scharfen Mädels, die sich oben ohne sonnen, ist einfach unschlagbar.                                                 b) Es ist zwar kein billiges Vergnügen, aber für die Erleuchtung ist mir nichts zu teuer: Das harmonischen Zusammenleben mit den tibetanischen Bettelmönchen und den Gleichgesinnten aus aller Welt bringt mich immer wieder in die eigene Mitte zurück. In der dort einzigartigen Verschmelzung von Körper, Geist und Seele kann ich den Weg von der Vielheit zur Einfachheit beschreiten, um mich aus der Selbstentfremdung zu lösen und an Selbsterfahrung zu gewinnen.                                                                                                    c) Wenn mich hier alles anödet, gönne ich mir einen kleinen Urlaub in Thailand. Die Kinder dort blasen einfach am Besten!                                                                                                 d) Juhuu, ich freue mich schon das ganze Jahr auf unseren Urlaub, denn die Mama und ich besuchen jedes Jahr Oma und Opa auf dem Bauernhof! Da darf ich immer die Häschen streicheln, und einmal hat mir sogar die dicke Ziege über die Hand geleckt. Das hat sich zwar etwas komisch angefühlt, tat aber überhaupt nicht weh. Nur vor dem großen Schwein habe ich noch ein bisschen Angst. Und morgens tut die Oma mir immer einen Löffel Kaba extra in den Frühstückskakao, aber sie sagt, das muss unser kleines Geheimnis bleiben. Mama braucht davon nichts zu erfahren!                                                                                 e) Mit Vorliebe nehme ich an anspruchsvollen Studienreisen teil, um in den bedeutenden Weltmetropolen auf den Spuren der herausragenden Literaten und Philosophen zu wandeln. Das bereichert meinen Intellekt mehr, als passiv dem sinnlosen Müßiggang zu frönen. Beklagenswert ist jedoch der mangelnde Sinn für die komplexen Zusammenhänge bei jenen mentalen Grobmotorikern, die sich selbst als Reiseleiter bezeichnen. Da profitiert gewiß die ganze Gruppe davon, dass ich mir schon im Vorab gerne ein profundes und detailgetreues Wissen aneigne, um nicht nur die Vorträge der Reiseleiter zu bereichern, sondern auch meine fundierten Sachkenntnisse über Kultur, Literatur, Philosophie und Geschichte der jeweiligen Region abends bei einem gemütlichen Glas Wein mit meinen Mitreisenden zu teilen. Schade nur, dass alle immer schon so früh schlafen gehen wollen!

    7) Ein geselliger Abend mit Freunden steht auf dem Programm. Was tut ihr?                      a) Wir gehen zu einem vielversprechenden Vortrag über die typische Entwicklung des postmodernen tragischen Helden am Beispiel von Nietzsches „Zarathustra“. Anschließend werden wir leider enttäuscht: Die Diskussion nach dem Vortrag erlangte keine wirkliche literarische Tiefe; es wurde ausschließlich über die negativen Energien, die sich durch das gesamte Werk ziehen und auch auf den Leser übertragen gesprochen. Danach kann ich mich jedoch mit dem kostenlos ausgeschenkten Rotwein trösten und sehe, was der Abend noch bringt.                                                                                                                                 b) Da Mami noch keine Kneipe erlaubt, treffen wir uns im Jugendcafé aus dem Nachbardorf, wo ich den Abend mit meinen hunderttausend besten Freunden verbringe. Ich glänze immer wieder, indem ich zu jeder Gelegenheit einen passenden Witz auf Lager habe und stets durch geistreiche Bemerkungen und Situationskomik brilliere. Alle sind sichtlich stumm vor Bewunderung. Bedauerlich, daß solche Abende recht selten sind – aber im nächsten halben Jahr gelingt es mir nicht, einen meiner Freunde zu erreichen.       c) Wir freuen uns über unseren elitären Humor, den höchstens noch ein paar LKW-fahrer teilen und erfinden lustige Psychotests.                                                                                   d) So spät gehe ich nicht gerne weg, deshalb lade ich lieber mittags die Nachbarskinder zu mir ein, und wir basteln Kastanienmännchen.                                                                          e) Oh, so eine Orgie ist immer schön, auch wenn hinterher immer mindestens drei Mädels jammern, daß sie schwanger sind und wir alle drei Tage lang nicht mehr sitzen können.      f) Oft gehen wir auf einen geselligen und aufschlußreichen Traumdeutungs-Abend. Letztens waren meine Freunde und ich aber etwas enttäuscht: wir trafen zwar auf viele neue Gesichter, auch die Ausstattung des Raumes bot in ihrer Schlichtheit einmal eine interessante Abwechslung; doch der immer wieder erwähnte Guru – Nietzsche - , von dem meine Freunde und ich noch nie etwas gehört hatten, erwies sich als stümperhaft und ohne wahre spirituelle Erkenntnis. Die erschreckend negative Energie,, die sich durch seinen gesamten Text zog, erschütterte uns alle zutiefst, und es dauerte tagelang, bis ich meine innere Harmonie wieder völlig zurückgewonnen hatte. Deshalb ließen wir es uns im anschließenden Gesprächskreis nicht nehmen, immer wieder und sehr nachdrücklich darauf hinzuweisen, daß schon einfache Mittel wie Salzkristalllampen, Bachblüten und Duftkerzen uns allen beim verbannen solcher „bad vibrations“ helfen könnten, sobald die Diskussion in Richtung irgendwelcher literarischer Spitzfindigkeiten abzugleiten drohte.

    8) Bist Du schon mal irgendwo rausgeflogen?                                                                         a) Ja, aus einer geilen Frau, als es richtig heiß und heftig herging!                                       b) Nein, noch nie, denn ich gebe mir immer große Mühe, artig zu sein und nicht unangenehm aufzufallen!                                                                                                           c) Nun ja, der Abend begann eigentlich sehr vielversprechend: Ich besuchte eine jener äußerst raren Dichterlesungen, die von Bernd Schuster, einem herausragenden jungen Vertreter des Neosymbolismus, gehalten wurde. Anschließend kamen wir beim kostenlos ausgeschenkten Rotwein in den Genuß einer anregenden Diskussion über die Metaphorik der Seidenspinnerraupe als eines der tragenden Leitmotive der Moderne. Noch immer von diesem Thema beflügelt, begab ich mich auf die Geburtstagsfeier eines weitläufigen Bekannten. Ich gönnte mir erneut ein wenig von dem generös dort angebotenen Rotwein, der ebenfalls vorzüglich mundete, und der Anblick all der dort versammelten, eher seltsam bis spärlich gekleideten Gestalten erinnerte mich an einige essentielle Aspekte unserer vorherigen Diskussion, woran ich die anderen Gäste selbstverständlich teilhaben ließ. Man lauschte mir gebannt, bis mein elaborierter Vortrag jedoch bereits nach einer Dreiviertelstunde ein jähes und abruptes Ende fand, da der Gastgeber mir mit schroffen Worten nahe legte, seine Wohnung umgehend zu verlassen, da nun die Party endlich beginnen sollte.                                                                                                                          d) Wie jeden Morgen befragte ich mein keltisches Baumorakel, was der Tag mir bringen würde. Die Antwort war niederschmetternd: Wenn ich bis zum Abend nicht eines der seltenen und kostbaren „Balsam-des-heiligen-Tempels“-Räucherstäbchen anzündete, wäre es mir nicht möglich, mein Karma vom Ballast negativer Energien zu reinigen und mir würde deshalb noch vor Sonnenuntergang großes Unheil geschehen. Panikartig, wie von einem finsteren Dämon besessen, stürmte ich in meinen Lieblings-Esoterik-Shop. Fieberhaft und zitternd durchwühlte ich alle Regale, konnte das Gesuchte jedoch nicht finden. Meine Aufregung wuchs noch mehr. Als der Verkäufer sanftmütig fragte, auf welche Weise er mir helfen könne, meinen inneren Frieden zu finden, hatte ich bereits eine Unzahl Verpackungen aufgerissen und probehalber einige Räucherstäbchen angezündet. Ich stand so unter Schock, dass ich ihn barsch abwies und mich stattdessen an ihm vorbeidrängte, um auch das Warenlager nach dem heilbringenden Räucherstäbchen zu durchsuchen. Noch während ich dort Shanti-Om sang und auf eine hilfreiche Intuition hoffte, standen zwei Polizeibeamte in der Tür, um mich abzuführen. Was ja nur wieder ein Beweis dafür ist, wie recht mein keltisches Baumhoroskop immer behält!

    e)Ja, bei Käsi und aus dem Knorr-Forum!

    f)Ja, das passiert mir dauernd! Aber das sind immer nur lustige Scherze! Meine Freunde sind nämlich fast genauso witzige Spaßvögel wie ich!

 

 

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