NoNameStory
Die “NoNameStory” ist in dem Horror- und Phantastik-Sammelband “Pandaimonion IV - Das Gewächshaus” veröffentlicht.
”Pandaimonion IV - Das Gewächshaus” erscheint im Verlag der “StoryOlympiade” (www.storyolympiade.de)
120 Seiten
Preis: 8,95 Euro.
Paperback
13,9*21 cm
erschienen im April 2004
ISSN: 1611-5872
atlantis

Zum Inhalt: Die Autoren: Bestellen: Eine Leseprobe aus der “NoNameStory”: Ich weiß nicht, weshalb ich an diesem Morgen das Gemäuer meiner Hütte verlasse. Doch
als ich gen Westen über die Ebene schaue steht mir gegenüber, fern am Horizont, eine andere Person und blickt unaufhörlich in meine Richtung. Schwarz hebt sich der vierschrötige Körper gegen den Himmel ab. Mein Herz klopft. Schon so lange habe
ich kein menschliches Wesen mehr gesehen, in meine Einöde verirren sich nur selten Wanderer und auch ich meide bewusst Plätze, an denen sich Leute versammeln... ...
In diesem Band geht es vor allem - wie der Titel bereits vermuten läßt - um seltsame Gewächse.
Dass damit nicht nur Pflanzen gemeint sind, wird der geneigte Leser sehr schnell feststellen.
Wirrköpfe, Gefangene ihrer eigenen, oftmals
grausamen Realität, gepeinigte Zeitgenossen und natürlich Kreaturen der Nacht tummeln sich in diesen Erzählungen der 24 Autorinnen und Autoren, die zum großen Teil Stammautoren der Pandaimonion-Reihe sind.
Lassen Sie sich entführen in die
wundersame Welt der Phantastik und genießen Sie 24 Geschichten, deren Spektrum von absurd bis gruselig reicht.
Heike Rau, Jens Schauder, Regina Schleheck, Dieter Schmitt, Stefan Wogawa, Fran Henz, Heidrun Jänchen, Markus K.Korb, Nadine Muriel, Rüdiger Bartsch, Judith Rau, Sven Liewert, Claudia Hornung, Dave Gore, Carmen Pia Günther, Wulf Dorn,
Thomas Kohlschmidt, Thomas Waldschicht, Thorsten Hanson, Thomas Fröhlich, Sören Prescher, Andrea Tillmanns, Armin Rößler, Petra Vennekohl
Du kannst “Pandaimonion IV - Das Gewächshaus” direkt bei mir bestellen. Dazu kannst Du entweder
...Karg
Wozu auch?
Draußen fegt bloß der Wind über die kahle,
unbewohnte Ebene und singt sein wehmütiges Lied, dessen monotone Seufzer mir durch Mark und Bein gehen. Menschen habe ich hier schon lange nicht mehr gesehen.
Warum ich diese einsame Zuflucht fern jeglicher Freuden aufgesucht habe?
Ich
weiß es nicht mehr. Habe alles vergessen. Dennoch muss mir einst etwas Furchtbares widerfahren sein, denn der Gedanke, mich an einem belebteren Ort aufzuhalten, erfüllt mich mit grausamem Schrecken.
Mein Gesicht ist verletzt und die Wunden
heilen nicht. Ich kann mich nicht entsinnen, woher jene Narben stammen. Vielleicht habe ich mir die langen, schmalen Schnitte entlang den Wangenknochen sogar irgendwann selbst zugefügt, ohne es zu bemerken.
Ob ich irgend etwas vermisse?
Ich glaube nicht. Nicht wirklich.
Nur selten dringen Bilder von wonnigen Momenten durch den Nebel meiner Melancholie, undeutlich, verschwommen, gleich einer allmählich verblassenden und kaum zu entziffernden Schrift aus fernen Zeiten.
Das schwindende Abbild einer vergangenen Epoche meines Lebens?
Wohl kaum. Ich kann mir nicht vorstellen, solch strahlende Momente je selbst erlebt zu haben. Gewiss sind es bloß Trugbilder meiner Seele, eine eitle, närrische Gaukelei... Ich
bemühe mich, sie rigoros von mir zu weisen, sobald sie über mich hereinbrechen.
Manchmal ist mir, als hätte ich einst im Keller meiner Hütte einen wundersamen Schatz vergraben, den ich bloß zu finden bräuchte, dann könne von einem
Augenblick auf den nächsten alles wieder gut werden... Mein stetiger Kummer würde in unbändiges, niemals verhallendes Gelächter umschlagen, meine Tränen könnten sich in Perlen und Diamanten verwandeln, meine Traurigkeit würde Schwingen
bekommen und mich lehren zu fliegen, und statt mein Haar zu raufen würde ich genießen, es gleich dem Banner eines fremden Königreiches hinter mir herwehen zu lassen...
Aber auch diese Vorstellung ist sicherlich nur eine krankhafte Ausgeburt meiner Phantasie, blasiges Geschwür der Einsamkeit.
Der Boden des Kellers ist derart ebenmäßig und glatt, dass ich sowieso nicht wüsste, wo ich mit Suchen beginnen sollte.
Ich habe resigniert. In einer jener moordunklen Nächte, in denen die Verzweiflung sich kalt und schwerfällig über
die letzten aufbegehrenden Träume legte, beschloss ich, den Kampf aufzugeben. Seitdem hat der Sog der Schwermut mein Dasein kontinuierlich mit sich fortgezogen.
Draußen rast der Wind über die Einöde. Mein einziger Wunsch ist, tief und
traumlos zu schlafen. Die Anzahl der Tage, die mir noch im Leben verbleiben, reduziert sich von selbst. Dem brauche ich nichts hinzuzufügen. Es ist gut so.
Mein Gegenüber befindet sich zu weit von mir entfernt, als dass er mein Rufen
hören könnte, und so versuche ich, durch heftiges Gestikulieren seine Aufmerksamkeit zu erregen.
Ich will ihm klarmachen, dass er besser rasch fortgehen soll. Hier gibt es nichts, weshalb es sich lohnt zu verweilen. Meine Welt ist karg und
bar jeder Reize. Niemand außer mir vermag sich an diesem Ort wohl zu fühlen. Und genauso behagt mir die Anwesenheit anderer Leute nicht.
Jene Gestalt scheint mein aufgeregtes Winken falsch zu deuten. Statt sich abzuwenden beginnt sie nun
ebenfalls, seltsame, ausschweifende Handzeichen zu machen, deren Sinn mir vollkommen schleierhaft bleibt.
